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How I Met Your .. Father! Oder: wie ich Tobi kennenlernte.

Da sitze ich nun wieder mutterseelenallein und Männe ist irgendwo über den Wolken, auf dem Weg nach Russland und zurück. Naja, ganz allein bin ich nicht, Missy betatscht mich immerhin alle paar Minuten, wenn ich es ernsthaft wage aufzuhören sie zu kraulen.
Immerhin, ich muss nur noch ein paar Stunden tot schlangen, dann kommt Tobi wieder und bringt frische Brötchen mit 😉

Da ich gerade an akutem Herzschmerz dahin siche, habe ich unsre Kennenlernstory wieder ausgegraben, die auf meinem alten Blog mit die meisten Klicks und Kommentare hatte, deshalb dachte ich, ich „sichere“ sie hier nochmal, bevor sie in die ewigen Jagdgründe entschwindet.

 Ganz wie bei meiner Lieblingsserie, ist die Geschichte bei uns etwas länger, aber ich fange einfach mal an.

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Saja Seus, Paris Juni 2o12.
Alles begann im Jahr 2oo5.. nein Halt.. im Grunde muss ich noch etwas Vorspulen, zum Zeitpunkt meines 14. Geburtstages. Da nämlich bekam ich im Urlaub von meinem Eltern einen Tandemflug mit Paragleiter – recht spontan – geschenkt und seit diesem Zeitpunkt war ich Feuer und Flamme für’s Fliegen und wollte unbedingt selbst einen Flugschein machen.
Aufgrundessen lernte ich irgendwann Chris kennen, einen Segelflieger mit dem ich dann auch mäßig Kontakt bei ICQ hielt.
Etwa zur gleichen Zeit wurde bei mir Skoliose festgestellt und ich bekam neben Krankengymnastik auch eins dieser hübschen Korsetts.

2oo5 nun sollte ich, wie 2oo4 bereits, wieder ins Rheinland in eine Kurklinik in Bad Sobernheim, um dort mit diversen Übungen gegen meine Wirbensäulenverkrümmung vorzugehn. Eine meiner Freundinnen aus dem Jahr davor war auch wieder da und so freute ich mich sehr, denn die 6 Wochen im Jahr davor, waren wirklich, wirklich genial.

Bevor ich abfuhr hinterließ ich in ICQ meine dortige Adresse, da wir ein eigenes Postfach vor Ort hatten und uns natürlich alle über Post von den Daheimgebliebenen freuten.

Leider hatte ich in diesem Jahr nicht mehr so viel Glück mit meiner Zimmernachbarin – sie schnarchte gar fürchterlich die ganze Nacht hindurch, wenn sie nicht besoffen war und kotzte oder röchelte oder eine Privatparty mitten in der Nacht auf unsrem Zimmer schmiss.

Am ersten Wochenende dann bekam sie direkt Besuch von ihrer Familie und ich nutze den freien Nachmittag um endlich etwas Schlaf zu finden.
Als ich dann gemütlich so vor mich hin schlummerte klingelte plötzlich mein Telefon.
Ich ging dran und vernahm am anderen Ende der Leitung die Rezeptionistin. Sie verkündete mir fröhlich, dass ich Besuch von 3 jungen Herren hätte und doch in die Lobby kommen solle.

Ich bedankte mich und legte verwirrt auf. Wer zum Teufel sollte mich denn Besuchen kommen? Mein damaliger Freund? Unmöglich! Der ließ sich doch sogar die paar Km zu mir von seinem Papa bringen, obwohl er ein eigenes Auto hatte und so „jung“ sah sein Vater nun auch nicht mehr aus.. und so viele Freunde, die ihn fahren würden, hatte er auch nicht. Aber wer dann? Mein bester Freund? Aber auch das hätte mich in dem Moment wirklich verwundert ..

 In meiner Verwirrung und Schlaftrunken raffte ich also die paar Klamotten zusammen, die ich auf die Schnelle finden konnte (tut das nie – Betonung: NIE! – mals, bitte!) und machte mich dann im orange-gelben Blümchenrock, gepaart mit einem EMP-Top mit Stacheldrahtverzierung auf der Brust, Wollsocken in Birkenstock-Hausschuhen (ohne Witz!), auf dem Weg nach unten.
An der Rezeption standen dann 3 mir völlig  unbekannte junge Männer. Ich kam näher und als Tobi sich umdrehte und mir in die Augen schaute war es völlig um mich geschehen.
Ich hatte so ein Gefühl noch nie zuvor im Leben. Es schien als ob augenblicklich meine ganze Welt kurz stehen bleiben würde, nur um sich anschließend wieder neu zu drehen. In diesen 2 Sekunden hatte ich das Gefühl, dass sich meine Sterne neu ordnen würden, so als ob da plötzlich eine Sonne wäre, um die sich sämtliche Gestirne, die vorher ungeordnet ihre Bahnen im All zogen, jetzt neu formatieren würden und endlich ihren Platz gefunden hätten. Alles machte plötzlich einen Sinn! Und .. da war „er“ – von jetzt auf gleich stetig präsent in meinen Gedanken, ohne mich gedanklich zu behindern. Es war wie, als ob ich ein fehlendes Puzzleteil gefunden hätte, die zweite Hälfte meiner Seele – das fehlende Stück meiner Selbst, von dem ich nie wusste, dass ich es überhaupt noch suche. Ich war komplett – vollkommen und so verrückt es klingt: rettungslos verliebt. Von jetzt auf gleich in knapp 2 Sekunden. 2 Sekunden, die mein komplettes Leben ändern und auf den Kopf stellen sollten.
 Wieder in der Realität, erkannte ich Chris, den ich nur am Rande wahrnahm und der mir nun Tobi (seinen besten Freund und Frank, ebenfalls einen Fliegerkollegen vorstellte).
Ich begrüßte alle und wir begaben uns ins Amphitheater vor der Klinik, um uns dort auf die Stufen zu setzen und uns zu unterhalten.

Es stellte sich zunächst heraus, dass Chris wohl aufgrund schlechten Wetters einen Tag früher von Segelflugmeisterschaften zurück kam und zufällig im ICQ-Fenster meine Nachricht mit der Adresse in Bad Sobernheim fand. Allerdings dachte er zu dem Zeitpunkt, dass ich wüsste, dass er am darauffolgenden Tag ebenfalls auf Meisterschaften in Bad Sobernheim gehen würde und sah meine Nachricht nicht als „Schreib mir doch mal!“, sondern als „Besuch mich doch mal!“ an. Da an diesem Tag dann das Wetter wieder zu schlecht zum fliegen war, fiel Chris auf der Suche nach einer Beschäftigungsmöglichkeit meine Nachricht wieder ein und so schnappte er Tobi und Frank und die drei machten sich auf den Weg vom Flugplatz auf den Hügeln über der Stadt, runter ins Tal zur Kurklinik. Und da saßen wir nun und unterhielten uns. Anfangs  noch alle 4, nach und nach hatten Tobi und ich fast nur noch Augen füreinander (ich ja sowieso schon.)

 Die Erschöpfung und Müdigkeit der letzten Tage ließ mich völlig wirres Zeug reden, aber Tobi fand das wohl alles sehr beeindruckend, genauso wie er von dem, was er sprach, ebenso wenig Ahnung hatte (was er mir im Nachhinein erzählt hat), aber auf mich wahnsinnig beeindruckend wirkte.
 Nach ein paar Stunden und kurz vor einem Exitus aus Erschöpfung verabschiedeten sich die Drei dann bei mir und Chris schrieb meine Nummer auf, falls das Wetter weiterhin so schlecht sein sollte, um etwas zusammen zu unternehmen.
Wieder in meinem Zimmer schlief ich völligst übermüdet aber mit klopfendem Herzen überglücklich ein und nicht mal die Rückkehr meiner Zimmergenossin konnte mein Glück irgendwie trügen.
Am nächsten Tag dann ging es frühs schon zu etlichen Übungen. Gegen 11 war dann „Müsli-Pause“ die ich meist schlafend auf meinem Zimmer verbrachte. Kaum dort angekommen klingelte dann mein Telefon .. ich nahm ab und mein Herz machte einen gewaltigen Hüpfer. Es war Tobi. Er hatte sich die Nummer von Chris geben lassen und fragte, ob ich nicht Lust hätte mit ihm Eisessen zu gehn und anschließend mit ihm zum Flugplatz zu kommen. Es sollte gegrillt werden. Und ob ich Lust hatte!
Wir verabredeten uns in der Stadt nach „Feierabend“ bei mir und ich zog die freie Übungszeit etwas vor, um meine Übungen abgehakt zu bekommen, machte mich danach fertig und auf den Weg in die Stadt.
Dort traf ich dann Tobi im Eiscafé und er lud mich auf Erdbeereis mit frischen Erdbeeren ein (er bestellte Spaghettieis, das er übrigens auch heute noch gerne isst).
 Nach dem Eis spazierten wir dann zu seinem Auto und fuhren zum Flugplatz, wo ich von der geselligen Runde herzlich empfangen wurde. Einige zogen Tobi etwas auf oder grinsten spitzbübisch.
Ich schnappte mir einen Teller, der in null komma nichts reichlich beladen wurde und bekam Limonade aus Frankreich (in diesen kleinen, niedlichen bauchigen Flaschen) in die Hand gedrückt, die einer der Jungs am kurz zuvor aus Frankreich „eingeflogen“ hatte. Da saßen wir nun alle beisammen unterhielten uns gut und Tobi brachte mich dann rechtzeitig wieder zur Klinik zurück, da wir unter der Woche recht früh wieder im Kurhaus sein mussten (und unter 18 sowieso).
Am nächsten und übernächsten Tag war das Wetter gut und die Jungs waren fliegen – demnach hörte ich nichts von Tobi.
Am darauffolgenden Tag meldete sich dann plötzlich Chris bei mir, ob wir uns treffen könnten. Ich war dann etwas enttäuscht, als er alleine an der Kurklinik ankam. Wir setzten uns aber dann ins Amphitheater auf die Stufen und er sprach mit mir über Tobi.
Ich erzählte ihm von meinem Freund, den ich bis dato ja noch hatte. Es war mein erster Freund und wir waren knapp 1 Jahr zusammen zu dem Zeitpunkt. Die Beziehung war schön, wenn auch für mich zu dem Zeitpunkt eher „kumpelhaft“, aber es waren definitiv Gefühle da und er hatte es verdient, dass man nicht direkt mit ihm (am Besten noch am Telefon) mit ihm Schluss machte. Ich sagte Chris, dass ich Tobi toll fand, aber ihn eben noch nicht lang kenne und das mit meinem Freund erst klären will, bzw. mir bewusst werden müsse, was ich wirklich will.
Chris verstand das, sagte mir aber, dass Tobi, wenn ich mich für ihn entscheide, nicht die falsche Wahl sei und brach eine Lanze für ihn, indem er für ihn Werbung machte.
 Ich sagte Chris dann, dass ich das gerne mit Tobi klären würde, also unter vier Augen mit ihm sprechen will und so fasste Chris schnell eine Idee, packte mich ein und fuhr mit mir auf den benachbarten Hügel, am Segelflugplatz – dort wo sie die Hänger und Flugzeuge über Nacht abstellten. Dort stellte er mich mit klopfendem Herzen ab. Dann brauste er mit seinem Auto davon, um Tobi zu erzählen „Dass an seinem Hänger irgendwas sei und er doch mal nachgucken gehen sollte, ob mit seinem Flugzeug alles in Ordnung sei.“. Kurze Zeit später sah ich dann auch schon ein Auto auf dem Weg auftauchen, gefolgt von einer gewaltigen Staubfahne, das in einem Affenzahn seines Weges fuhr.
Tobi kam an den Hängern an, sprang aus seinem Auto, lief zu seinem Hänger und öffnete ihn – als er ihn wieder schloss, nachdem er nichts ungewöhnliches gefunden hatte, stand dann plötzlich ich da, in seinem Blickfeld.. und irgendwie machte es ganz deutlich Klick. So als ob in meinem Inneren irgendetwas eingerastet wäre. Ich habe in meinem ganzen Leben nie wieder so viel ehrliche Liebe in den Augen eines anderen Menschen gesehn, als in diesem Moment und es war als ob sich ein unsichtbares Band um uns geschlossen hätte.
Ich grinste, er grinste und dann gingen wir Hand in Hand auf den Hügeln neben dem Hangar spazieren.
Ich erzählte ihm von meiner Beziehung und auch, was ich über ihn dachte, dass ich aber „Klarschiff“ machen möchte und bat ihn darauf Rücksicht zu nehmen und mir Zeit zu lassen. Er verstand mich.
Tobi lud mich zu einem Open-Air bzw. der Abschlussparty der Meisterschaften ein und wir verabredeten uns für diesen letzten Abend.
Meine Mutter klärte mit der Klinikverwaltung, die mittlerweile aufgrund meiner auffälligen Zimmergenossin Mitleid mit mir hatten, ab, dass ich länger als normalerweise erlaubt, an diesem Freitag ausgehen durfte und so holte mich Tobi Freitag Abend ab und wir gingen gemeinsam zur Party, wo wir von allen schon wie ein Pärchen behandelt wurden.
 Im Laufe des Abends gingen wir nach draußen, wo ein großer Heißluftballon beleuchtet stand und für eine schöne, sommerliche Atmosphäre sorgte. Im Hintergrund lief Musik und wir standen dann so da, uns umarmend und ich konnte seinen Herzschlag hören, da ich meinen Kopf an seine Brust gelegt hatte.
Tobi erzählte mir dann, dass er weg gehen würde.
Er erzählte mir, dass er in wenigen Wochen in Bremen anfangen würde zu studieren für 5 Jahre und dass ein Teil seiner Ausbildung in den Vereinigten Staaten, in Phoenix, Arizona, stattfinden, er also mindestens für 6 Monate im Ausland sein würde. Mit meinen knappen 16 brach mir das fast das Herz. Eine Fernbeziehung? Ohne Mobilität? Meine Eltern würden mich ja wohl kaum immer 450km weit schippern und mit 50 € Taschengeld kam man ja auch nicht wirklich weit .. und Amerika? Was, wenn diese scheinbar einmalige Sache zwischen uns, dieses Märchen, daran zerbrechen würde?
 Ich sagte Tobi, dass ich bei meinem Freund bleiben möchte. Er schluckte und nickte. Wir standen da, es lief Summer of 69, ich wünschte mir, dass der Moment nie vergeht und Tobi schrieb mir dann irgendwann „Küss mich“ auf den Rücken, was ich aber nicht verstand.. aus einem inneren Impuls küsste ich ihn dann doch (wenn auch eher zart und flüchtig) und nachdem wir dann noch eine Weile so dagestanden hatten und meine „Freigängerzeit“ abgelaufen war, brachte Tobi mich zurück zur Klinik.
Ich fühlte mich kotzübel .. so wie 10 6en in Mathe auf einmal .. nur schlimmer. Im Hintergrund lief gerade, als wir am Auto ankamen Westerland, von den Ärzten.. „Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn. Wann werd ich sie wiedersehn?“, was es nicht besser machte und genau die Frage war, die ich mir in dem Moment stellte.
Wir umarmten uns noch zum Abschied, dann ging ich in mein Zimmer und fand keinen Schlaf. Irgendwann musste ich dann mit gebrochenem Herzen still weinend eingeschlafen sein .. Tobi hatte sich an dem Abend dann wohl noch richtig abgeschossen, so dass er am nächsten Tag aufgrund des Restalkohols erst gegen Nachmittag zurück fahren konnte.
 Die Woche darauf pendelte sich Normalität ein, soweit das möglich war. Ich ging zu meinen Übungen und litt still vor mich hin.
Dann kam sein Brief und mit ihm die Gewissheit, dass ich diesen Menschen niemals vergessen werde können.
 Einstmals..

Es war ein Sonntag im Sommer, der Himmel war grau und es regnete.

Doch in einem Tal tauchte ein Schimmer auf, der durch den Regen leuchtete.

Am Montag wurde der Schein heller, der neue Stern war auch in der Stadt in seiner ganzen Schönheit zu sehen und erfüllte auch den Flugplatz mit seinem Glanz.

Dienstags war der Stern unverhofft wieder zu sehen. Sein Erscheinen erfüllte mich mit Freude und ich sah den Stern über den höhsten Berg wandern.

Mittwoch und Donnerstag war der Stern nicht zu sehen; ich dachte an ihn aus der Ferne und hoffte, ihn bald wieder zu sehen.

Freitags sah ich ihn endlich wieder; doch bald türmten sich dunkle Wolken, die sich nicht verjagen ließen, und der Stern verschwand in den dunklen Wolken.

Jetzt, da ich den Stern gesehen habe, wird auch der sonnigste Tag nie diesen Glanz erreichen können und nur ein trüber Schein gegen Dich bleiben. 

Mit den Erinnerungen an diese wundervolle Woche, ging mein Leben dann zunächst ohne Tobi weiter.

Meine Mutter hatte zwar gemerkt, dass irgendwas passiert war (unglaublich, aber scheinbar merken Mütter wirklich alles!), war aber so taktvoll nicht nachzubohren.
Ich beschloss meiner Beziehung noch eine Chance zu geben und Tobi zu vergessen. Ich dachte wirklich, das sei möglich.
 Tobi und ich hielten etwas Kontakt, während seiner Zeit in Bremen und wir trafen uns auch ab und zu wenn er da war unverfänglich, meist zu 4 oder mit mehreren Freunden.
Tobi hatte dann irgendwann kurz eine Freundin und mein Leben ging weiter .. aber er war immer da, quasi omnipräsent in meinem Gedanken. Ich konnte ihn nicht vergessen auch wenn ich mir das nicht eingestehen wollte damals. Über ein Jahr verging.

Irgendwann dann schaute ich mir an einem Wochenende “ Cinderella Story“ an und dabei machte es irgendwie klick. Ich merkte, dass in meinem Leben etwas absolut falsch lief und dass das alles so keinen wert mehr hatte.

 Ich machte mit meinem Freund Schluss und versuchte danach auf sämtlichen Medien Tobi zu erreichen. Ich wusste, dass er an diesem Wochenende zu Hause in Altenstadt sein würde und wollte ihn fragen, ob er mit mir zu einem Feuerwerk auf einem Bürgerfest in Miltenberg kommen wollte. Ich wollte ihm dort sagen, dass ich mich getrennt hatte und dass ich ihn all die Zeit nicht vergessen konnte.
Ich erreichte ihn nicht. Sein Handy war aus, auf MSN-Nachrichten reagierte er nicht, bzw war offline. Sein Vater ging an Telefon, meinte aber nur er sei unterwegs.
Kurz vor Beginn des Feuerwerks kontaktierte mich Tobi dann, nachdem er wohl reichlich verwirrt von etlichen meiner Nachrichten quasi erschlagen wurde. Er war joggen gewesen und machte sich danach schnell fertig, setzte sich ins Auto und kam zu mir. Wir fuhren zusammen auf das Bürgerfest, schlenderten am Main entlang, aßen Schokofrüchte, ich sagte ihm, was ich ihm sagen wollte und wir schauten uns das Feuerwerk an – Arm in Arm.
 Als er mich wieder daheim ablieferte, sagte er mir, dass er nicht weiß, ob es funktionieren wird. Er meinte es ging ihm ähnlich wie mir, aber er könne mir nicht versprechen, dass es klappt und er sagte mir, dass ich ihm ja schonmal einen Abschiedskuss geben könnte.
 Mit diesem Kuss begann unsre Beziehung im September 2oo6 und ich bin heute noch froh, damals alles auf eine Karte gesetzt zu haben. Hätte ich nicht riskiert mich völlig lächerlich zu machen, sähe mein Leben heute völlig anders aus und ich hätte die bisher glücklichste Zeit meines Lebens nie erlebt. Tobi musste danach nach Bremen zurück, aber als er 2 Wochen später dann zu mir fuhr, stellte er mich seiner Familie vor und sagte mir, dass er sich jetzt sicher sei und seine Gefühle nie weg waren.
 Ich möchte allen Mädchen hiermit auch Mut machen, die sich nicht trauen, ihre Gefühle frei Auszusprechen und ihnen den Satz „Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.“ ans Herz legen. Oftmals braucht es eine gehörige Portion Mut, manchmal auch Durchhaltevermögen, aber wenn „der Gewinn“ es wert ist, gibt es nichts zu verlieren. Im Notfall steht man genauso alleine da wie vorher, aber wenn „er“ es wirklich wert ist, verliert man dabei weder seinen Stolz noch seine Würde, auch wenn es nichts wird. Lieber versucht man es, anstatt aus falschem Stolz sein Glück zu verschenken (das heißt nicht, dass man jemanden in den Arsch kriechen soll, der es nicht wert ist).
Nur Mut!
 So war das also mit „Tobina“ .. und was ist nun mit euch? Was würdet ihr euren Kindern erzählen können, wie ihr ihren Vater/ihre Mutter kennengelernt habt? Ich würde mich über ein paar Love-Stories ??? total freuen! Also auf an die Tasten (auch Du liebe Becks, deren Beziehung wohl das beste Beispiel, dafür ist, dass sich Durchhaltevermögen auch auszahlen kann 😉 )!
 Alles Liebe, einen wundervollen, frühlingshaften Sonntag und ganz viele XX

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